Reden wir darüber

Das Blog von Thomas K. "Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst." [Voltaire]

Stress-Situationen – Teil 4

Veröffentlicht auf Google+ am 28.09.2011

Technische Neuerungen sind ja eine feine Sache. Sollte sich noch jemand erinnern was 1996 ein Handygespräch zum Festnetz oder umgekehrt kostete, dann hat er einen anderen Blick auf diesen Beitrag.
Das Handy brachte aber in erster Linie ein Problem für uns. Blieb früher ein Auto auf der Autobahn liegen, dann lief der Fahrer zur Notrufsäule und informierte dort die Autobahnmeisterei. Diese informierte dann uns. Der Standort war klar, z. B. A9 Richtung Berlin, Säule am Kilometer 116.
Die neue Technik änderte das. 1996 fuhr ich allerdings noch für einen anderen Automobilclub (es gibt noch welche außer dem ADAC) in der Leipziger Gegend.
Telefon klingelt, am anderen Ende eine Frau vom Automobilclub
Frau: Wir haben da ein Problem (ach nee). Eine Fahrerin hat uns über Handy angerufen, sie steht auf der A9 Richtung München, wo genau weiß sie nicht, aber entweder kurz nach dem Schkeuditzer Kreuz oder dem Hermsdorfer Kreuz (kann man ja mal verwechseln, sind nur 75 km). Könnt Ihr mal nachschauen?
Ich: Können schon, aber nur am Schkeuditzer Kreuz. Und wer bezahlt das?
Frau: Wir bezahlen eine Leerfahrt, wenn Ihr sie nicht findet.
Ich: Habt Ihr Euch die Rückrufnummer geben lassen?
Frau: Nein, hat der Kollege vergessen.
Ich setze mich also in mein Auto, fahre in Wiedemar auf die Autobahn. Schkeuditzer Kreuz – nichts, Großkugel – nichts, Leipzig West – auch nichts.
Ich rufe beim Automobilclub an, sage Bescheid, dass sie nicht bei uns steht und fahre zum nächsten Auftrag.
1 Stunde später (ich bin in Delitzsch) – Mein Handy klingelt – Eine Frau
Frau: Guten Tag. Ich habe vorhin bei meinem Automobilclub angerufen weil ich eine Panne habe. Die haben mir gesagt, dass Sie mich nicht finden.
Ich: Wenn Sie die Dame sind, die an einem Autobahnkreuz steht, dann ist das korrekt.
Frau: Also ich stehe ca. 5 km nach dem Schkeuditzer Kreuz, in Fahrtrichtung München. Sie können mich gar nicht verfehlen.
Ich: Wenn Sie aus dem Fenster sehen, sehen Sie dann eventuell etwas Auffälliges, Gebäude oder Ähnliches? Oder sehen Sie ein blaues Schild mit einer Kilometerangabe?
Frau: Nein. (Mist)
Ich lasse mir die Rückrufnummer geben, sage dass ich die Strecke nochmal abfahre und mache mich auf den Weg.
Also in Landsberg auf die A9 und siehe da, da steht sie. 6 km vor dem Autobahnkreuz, rechts neben sich ein Gewerbegebiet mit einer riesigen Werbung für einen großen Deutschen Teppichhändler, 20 m hinter sich ein Kilometerschild und 100 m vor sich die Ausschilderung  Wiedemar / Glesien 500 m.

Als ich sie danach fragte, sagte sie nur „Ach das meinten sie“.

Also Handys sind der Tod für die Orientierungsfähigkeit.

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