Reden wir darüber

Das Blog von Thomas K. "Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst." [Voltaire]

Die Liebe und der Kassettenrekorder

Um  Missverständnissen vorzubeugen, ich bin nicht frisch verliebt. Du kannst also beruhigt sein mein Sohn (falls Du das liest).

Auch wenn der Text auf einem nächtlichen Gespräch mit einer attraktiven, durchaus liebenswerten, jungen Frau beruht, es waren einfach Erinnerungen die geweckt wurden.

Aber mal von vorn. Eigentlich ging es im Gespräch um Momente im Leben – um unwiederholbare Momente – die sozusagen „zum Sterben schön“ sind. Da kam von mir der Einwurf, es gäbe da ein Lied von Lindenberg „Einmal küssen und dann sterben“, aber das wäre wohl doch nicht ihre Musikrichtung. Erstaunlicherweise kannte sie es. Nun ging es also mit Gesprächen über Musik weiter.

Am Wochenende kamen dann die Erinnerungen. An Liebe, Musik und den Kassettenrekorder.

Ich war 16, schwer verliebt und sprachlos. Also nahm ich mein „Sonnett“ (DDR-Kassettenrekorder) und spielte ein, meiner Meinung nach, passendes Lied auf eine Kassette auf. Ich hatte mit Serge Gainsbourg und Jane Birkin wohl etwas übertrieben. Das Einzige was ich bekam war eine Ohrfeige. Man erinnere sich, das war vor Computern, Internet und MP3. Ich musste also entweder vor dem Radio warten bis das Lied gespielt wurde, oder jemanden kennen, der eine Aufnahme hatte.

Ich hielt es für besser meine Sprache wiederzufinden, sagte dem betreffenden Mädchen die drei berühmten Worte (was ich darunter verstand war durch das Lied wohl besser ausgedrückt) und das war hilfreich.

In späteren Zeiten, die vorstehende Geschichte war schon längst vergessen, gab es immer wieder Momente mit den entsprechenden Frauen. In romantischen Filmen wird das so ausgedrückt „Hör, sie spielen unser Lied“. Natürlich war die Schallplatte oder der Kassettenrekorder immer dabei. Man sammelte Musik nach diesen Momenten. Das Erstaunliche war aber die Entdeckung, dass man zwar „hart“ und „böse“ war, aber die „harten und bösen Rocker“ machten die besten Liebeserklärungen. Und der harte Junge kam mit Blumenstrauß und Hardrock immer gut an.

Die letzte musikalische Liebeserklärung die ich machte war also „Hell is living without You“ von Alice Cooper, mit Musikkassette im Autoradio und Schallplatte („Trash“) in der Wohnung. Dabei ist es geblieben. Zumindest solange bis der Handyklingelton „Love of my life“ von Queen in „Tu t’laisses aller“ von Aznavour geändert wird.

Sollte es doch noch mal passieren wäre es bei entsprechendem Altersunterschied wahrscheinlich „I would do Anything for love“ von Meat Loaf. Weniger wegen dem Text als des Videos wegen.

Heute würde ich den Titel wohl als MP3 per Mail verschicken. Der Song würde im besten Fall, ganz unromantisch, unter tausenden Liedern auf einem iPod landen. Aber vielleicht würde es doch wie früher sein.

Aber um auf das Eingangs geschilderte Gespräch zurück zu kommen. Es gab doch einige Momente die „Zum Sterben schön“ waren. Ich lebe noch, weil ich auf noch mehr von diesen warte.

P.S. Ich hätte nie gedacht, dass ich meinen alten Kassettenrekorder mal romantisch finde.

P.P.S. Keine Links, die Lieder sind aber zu finden.

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