Reden wir darüber

Das Blog von Thomas K. "Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst." [Voltaire]

Warum fällt es nur so schwer die Leute an die Wahlurnen zu bringen?

Liebes Nichtwähler*,

die fiktive Oma aus einem meiner letzten Artikel kann sich zwar nicht mehr an die erste Einführung der Frauenwahlrechtes geschweige denn an die Einführung des allgemeinen Wahlrechtes erinnern. Aber sie kennt, je nach Herkunft, noch eines von zwei politischen Systemen.

In dem einen konnten Frauen wählen, sie hatten nur keine Wahl. Die Kandidaten der Nationalen Front unter der Führung der SED – sonst nichts. Und die Wahlpflicht.

Im zweiten hatte die Frau zwar das Wahlrecht, aber ziemlich lange hatte der Mann das Kontrollrecht über seine Frau. Sie hatte gefälligst so zu wählen wie ihr Mann dies bestimmte.

Das gilt nun für die Oma, aber auch für uns alle unabhängig von Alter und Geschlecht. Wir dürfen wählen und Du gehst nicht hin.

Gründe gibt es viele. Lassen wir mal schönes oder schlechtes Wetter, Gartenarbeit, wichtige Termine, Familienfeiern und ähnliche Gründe des „unpolitischen“ Nichtwählers beiseite und konzentrieren uns auf den „politischen Nichtwähler“. Dieser vermeint mit seiner Nichtteilnahme ein Statement abzugeben.

Weit gefehlt, das wäre in der DDR so gewesen, heute gibt er nur den Medien Futter für das Beklagen der Politikverdrossenheit der Bürger.

Man muss sich vorstellen, dass wenn nur Merkel und Steinbrück zur Wahl gingen sie immerhin eine große Koalition für die nächste Legislaturperiode gründen könnten.

Absurd, aber so ist unser Wahlrecht.

Also liebes Nichtwähler, Deine nicht abgegebene Stimme ist verloren. Ohne Wenn und Aber!

Sie spielt eine Rolle für abendliche Talkshows, politische Kommentare – also für die Medien.

Politisch spielt sie keine Rolle.

Das ist die schlechte Nachricht.

Die gute ist, Du musst ja nicht über den Bundeskanzler abstimmen. Das ist schließlich nicht vorgesehen vom Gesetz.

Du stimmst ab über die Zusammensetzung unseres Parlaments. Selbst wenn Du also eine der kleinen Parteien wählst und diese die 5% knackt, ist Deine Stimme nicht verloren. Diese Partei kann Entscheidungen beeinflussen, sie kann welche anstossen und vor Allem sie kann für Dich tätig sein.

Denk nochmal nach.

Vielleicht denkst Du auch mal daran, dass Menschen für diese Stimme – Deine Stimme – gekämpft haben und gestorben sind.

*Ich befleissige mich hier der geschlechtsneutralen Sprache, allerdings auf meine Weise.

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2 Gedanken zu „Warum fällt es nur so schwer die Leute an die Wahlurnen zu bringen?

  1. Wenn man die Wahl zwischen Verdauungsendprodukt in schwarz, rot, gelb, Grün oder Wild gemixt hat und weiß das alle im Grunde das selbe Gemauschel und Geschiebe veranstalten, kann man auch zu Hause bleiben.
    Wahlrecht bringt nur was wenn man auch eine Wahl hat…

    Mir für meinen Teil ist’s inzwischen Wurscht wer da oben Verdauungsendprodukte baut. Repräsentiert fühle ich mich eh nicht…

  2. „Repräsentiert fühle ich mich eh nicht …“ damit hatte ich doch glatt gerechnet. Nur nicht so schnell.
    Was ist Deine Alternative? Zu Hause sitzen und ins Bier heulen?
    Viel Spass dabei.

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