Reden wir darüber

Das Blog von Thomas K. "Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst." [Voltaire]

Archiv für das Schlagwort “DIE ZEIT”

DIE ZEIT und der deutsche Held

Auf dem Titelblatt der ZEIT war heute ein stilisierter NVA-Offizier zu sehen mit der Unterschrift Ist das ein deutscher Held?

Es handelt sich hierbei um die Frage, ob man Harald Jäger, den Offizier der am 9. November 1989 den Grenzübergang an der Bornholmer Straße geöffnet hat, als Helden bezeichnen kann.

Man muss hierbei beachten, dass der Bundesminister für Verteidigung diese Frage aufgeworfen hat. Fazit daraus für mich „Unserer Armee gehen die Helden aus!“.

In seiner Rede sagte er:

Lassen sie mich heute – hier in Dresden – darum die Frage aufwerfen, ob man auch in der NVA Traditionswerte finden kann.

Kann vorbildlich genannt werden, wie einige Soldaten der NVA − ihre nahende Auflösung vor Augen − zuverlässig und diszipliniert ihre Waffen und Munitionsbestände vor Missbrauch geschützt haben? Ist es für das Urteil wichtig, dass manche überzeugte Kommunisten waren?

Ein anderes Beispiel: War die Gehorsamsverweigerung des Stasi-Oberstleutnant Harald Jäger am Berliner Grenzübergang Bornholmer Straße am Abend des 9. November 1989 eine vorbildliche Einzeltat? Von seinen Vorgesetzten allein gelassen, hatte dieser, nur auf sein Gewissen hörend, auf eigene Faust entschieden, die Kontrollen einzustellen und die Grenzübergangsstelle zu öffnen.

Ich kann und will für solche Beispiele heute keine Antwort geben. Ich will sie aber zur Diskussion stellen. Was macht es aus, dass aus einer Einzeltat eine Tradition werden kann?

Ich möchte hier nicht auf die Diskussion in der ZEIT eingehen, so interessant sie auch ist.

Aber, Herr Minister, eigentlich war es ja keine Gehorsamsverweigerung die Jäger begangen hat. Seine Vorgesetzten waren nicht erreichbar, oder gaben keine Befehle und ein hohes Regierungsmitglied hatte eine „Reiseregelung“ ab sofort verkündet, die missverständlich war. Er versuchte also den Anschein einer Reiseregelung aufrecht zu erhalten, indem er erst noch Ausweise stempeln ließ, später resignierte er einfach.

Resignation ist aber nicht heldenhaft.

Dass die NVA inzwischen durchaus Anteil an den Traditionen der Bundeswehr hat, ist für mich klar. Es wurden ja schließlich Angehörige der NVA integriert.

Nehmen wir doch lieber die als Helden die, trotz großer Bedenken gegen ihren Einsatz, ihre Befehle heute ausführen und dabei fallen oder verwundet werden.

DIE ZEIT – NEUSTART

Ich habe den Artikel von Heinrich Wefing nun mehrmals gelesen, muss mir nachher erst mal Zigaretten holen, aber irgendwie komme ich nicht ganz klar.

Der Untertitel Recht, Macht und Demokratie: Die Politiker müssen das Netz beherrschen, sonst beherrscht das Netz die Politik, ist mir irgendwie suspekt.

Allein der Ausdruck Das Netz, in diesem Zusammenhang verwendet, drückt doch eine schon als uhl´sche zu bezeichnende Sicht auf das Problem aus. Was ist das Netz? kann doch nicht die Frage sein. Es müsste doch eher heissen Wer ist das (im) Netz? Das sind ja wohl wir, nämlich die Bürger.

Eigentlich beschreibt der Autor das ja auch, wenn er zum Beispiel schreibt Geschichte wird heute mit dem Internet gemacht.

Anders gesagt: Das Internet ist längst mehr als eine technische Infrastruktur, mit der wir arbeiten, kommunizieren und vergnügen. Das Netz besitzt eine fast radioaktive Kraft, die alles verändert – politische Institutionen, demokratische Prozesse. Die Welt, wie wir sie uns eingerichtet haben.

Ein schöner Absatz aus dem Artikel, finde ich. Natürlich ist das Netz etwas anderes als PC, Fernseher und Telefon. Es ist die Infrastruktur zur Bildung neuer Gemeinschaften, gerade im Social Media. Es ermöglicht auf neue Art den Zusammenschluss von Menschen auf den verschiedensten Gebieten.

Jetzt kommt aber die Bedrohungsanalyse, fest gemacht am Eigentum, ich sage nur illegale Downloads. Diese gipfelt in den schönen Sätzen:

Was bleibt von der friedensstiftenden Kraft des Rechts, wenn es in einem Bereich nicht mehr vollstreckt werden kann? Was bleibt dann, sehr zugespitzt gesagt, vom Staat überhaupt.

Auch hier sollte doch mal positiver herangegangen werden. Zum ersten konnte das Recht nie in allen Bereichen durchgesetzt werden. Sollte es wahrscheinlich auch nie, man denke nur an die Frage der Immunität von gewählten Politikern (diese ist natürlich in jedem Staat anders geregelt) oder an diplomatische Immunität. Zum anderen sollte die Frage ja nicht sein „Was bleibt vom Staat?“ sondern „Was entsteht für ein (neuer) Staat?.

Nun kommen weiter Ausführungen zum Geheimnisschutz, die sind im Kontext eigentlich eher uninteressant.

Aber dann:

Die Politik muss sich endlich diesem Abenteuer stellen. Sie muss technisch und intellektuell satisfaktionsfähig werden.

Wieder mal wäre wohl eine Überprüfung der Wortwahl angebracht. Der Umgang mit dem Bürger, der sich hier zufälligerweise über das Internet bemerkbar macht, ist kein Abenteuer. Er ist die normale Arbeit der Politiker.

Technisch und intellektuell sollte der Staat (auch wenn der Autor schreibt die Politik) ja wohl auf der Höhe der Zeit sein. Der Bürger im Netz hat keine besseren Computer, keine bessere Software und teilweise schlechteren Internetzugang. Der Anteil der Hochschulabsolventen im Bereich der Politik ist wohl auch höher als der im Bevölkerungsschnitt.

Ist der Politiker nun satifaktionsfähig?

Der Begriff ist natürlich nicht so klar in dem Zusammenhang, aber schauen wir in die Geschichte. Satifaktion war die Gewährung der Genugtuung für ein Unrecht durch ein Duell. Satifaktionsfähigkeit ist nun nicht eindeutig definiert, aber letztendlich läuft sie auf ein elitäres Denken hinaus. Nehmen wir also die „Minimalvariante“ (Wikipedia Duell) … sofern sie der „besseren“ Gesellschaft angehörten und bereit waren, sich deren „Comment“, d. h. ihren ungeschriebenen Verhaltensregeln, zu unterwerfen.

Also befinden wir uns wohl mit dem Staat im Duell und gehören zur besseren Gesellschaft, der sich der Staat erst noch anschließen muss.

Wenn das so bleibt, hat die Politik keine Chance die verlorene Gestaltungshoheit im Netz zurückzuerlangen.

Hatte sie diese jemals, im Netz? Und wollen wir, dass sie das Netz gestaltet?

Zum Schluss noch ein Protest gegen den Staatstrojaner (so kann man es lesen, muss man nicht).

Es geht nicht darum, sich an die Piratenpartei  ranzuwanzen.

Wenn es hier nicht um Wanzen geht, was soll der Ausdruck bedeuten?

Es geht darum, die neue Welt zu gestalten, die sich vor uns auftut.

Sieht man den nächsten (nun wirklich letzten Satz) dann ist nicht die Welt, sondern ein Abgrund gemeint.

Sonst gestaltet die Welt uns.

Dazu nur eines: Die Welt, das sind doch wohl wir.

DIE ZEIT – Stammbaum der Erkenntnis

Erfreulich für mich, als (absolut nebenbei tätigen) Ahnenforscher, im Teil Dossier der Artikel über Ahnenforschung und besonders, dass dort ein Forum erwähnt wurde in dem ich selbst (mehr oder weniger) aktiv bin.

Dass die Moderatoren Hina und Bonzhonzlefonz sogar benannt werden (dort gibt es wirklich Pseudonyme) finde ich gut. Mir haben die Beiden und auch viele andere auch schon geholfen.

Der historische Exkurs zur Ahnenforschung, der derzeitige Stand und viele Details der Ahnensuche werden gut geschildert. Auch erste Tipps findet man im Artikel.

Auch der Exkurs zur Scharfrichterforschung ist gut zu lesen und, dass Steinmeier ein typischer Scharfrichtername ist (was ist eigentlich mit Uhl?) wusste ich vorher auch nicht.

Also vielleicht macht der Artikel manchem Appetit auf mehr.

Nachtrag: der Artikel ist jetzt online. 23.10.2011

DIE ZEIT – Unseren Kindern soll es einmal besser gehen

Donnerstag früh, Kaffee, Zigarette und eine gedruckte Zeitung – Herz was willst Du mehr.

Na gut, eine schönere Titel-Headline als BÄNDIGT DIE BANKEN, wäre ja ganz gut. Aber der Artikel von Bernd Ulrich PREKÄRE PRINZEN, der kann es auch wenn er auf der Titelseite steht nicht rausreißen.

Das fängt an mit dem Spruch, an dem er sich aufhängt Unseren Kindern soll es mal besser gehen! Ich weiß ja nicht wie es anderen geht, aber meine Großmutter sagte immer Unsere Kinder sollen es mal besser haben! Ein kleiner, gewaltiger Unterschied im Sinn des Satzes. Sie meinte nämlich nicht die materielle Seite, sie meinte Frieden, Freiheit, Sicherheit (sie kannte aber Dr. Uhl nicht) und ähnliche Sachen die wir haben sollten. Aber auch die Variante, die B. U. zitiert, kann man durchaus so sehen. Materiell gemeint war durchaus die Abwesenheit von Hunger, Wohnungslosigkeit, Kälte (nicht nur sozialer), Bildungslosigkeit und ähnlicher Dinge.

Und Ja, Herr Ulrich, dieser Wunsch gilt noch!

Gerade Wenn man nun sieht, wie viele Jugendliche aus westlichen Ländern in diesem Jahr auf die Straße gegangen sind, um gegen das ungerechte System und die eigene Chancenlosigkeit zu demonstrieren, dann fragt man sich eben nicht Herr Ulrich ob dieser Satz noch gilt. [fett gedruckt meine Einfügungen, T.K.]

Die Aufzählung der Dinge die wir und unsere Kinder haben, ist korrekt, die Schulden bei der Natur stimmen auch. Aber was spricht nun gegen meine Auffassung von dem Wunsch?

Die „Jugend von heute“, wie das früher so schön hieß, ist zugleich so verwöhnt wie keine vor ihr und so gefährdet wie lange keine mehr, das ist ihr großer, um nicht zu sagen ihr historischer Widerspruch, prekäre Prinzen und prekäre Prinzessinnen.

Ja, wo ist nun das Problem wenn diese Kinder auf die Straße gehen (s.o.)?

Zumal, wenn Sie im nächsten Absatz sagen den Rest müssen sie nun selber machen.?

Der plumpe Satz jedenfalls, dass es unseren Kindern mal besser gehen soll, ist kaputt, ungültig, gelöscht. Zeit zu fragen, ob wir ihn wirklich noch so dringend brauchen: Muss es unsern Kindern besser gehen?

So wie Sie es sehen, da stimme ich Ihnen zu, kann die Antwort NEIN sein.

So wie ich es sehe, dann ist sie nach wie vor JA.

De mortuis nihil nisi bene

Über die Toten nur Gutes – so sagt man und ich will über Steve Jobs auch nichts Schlechtes sagen.

Aber muss denn immer zwischen Heiligsprechung und Verteufelung polarisiert werden? Beide Seiten sind ja nun im Internet und in den Print-Medien ausreichend zu Wort gekommen. Eigentlich hatte ich beschlossen, es bei meiner kleinen Erinnerung am Ende des Artikels über die ZEIT und das Genie zu belassen, aber der ZEIT Artikel von Josef Joffe Der Kult des Cool führte dazu, dass ich doch nochmal etwas schreibe. Aber nicht über Steve Jobs.

Eigentlich finde ich den Artikel gar nicht so übel, wenn da nicht die fast schon Heiligsprechung, vielleicht auch nur Seligsprechung, zum Schluss wäre.

Er war kein netter Mensch, aber er hat geschafft, was in der Geschichte nur wenigen gegeben war: zu revolutionieren, wie wir kommunizieren, wie wir schreiben, lesen und vielleicht auch schon denken. Gutenberg fällt einem ein; dazu die Erfinder von Dampfmaschine, Telefon, TV und Computer.

Mal ehrlich, Steve hat weder den Computer, noch das Internet und auch nicht das Mobiltelefon erfunden. Er war genial darin Trends zu setzen (nicht zu erkennen – die Trends gab es noch nicht), er hatte Visionen (wie auch andere) von der neuen vernetzten Welt und er hatte den nötigen Schuss Selbstbewusstsein, Beharrungsvermögen und durchaus auch „Brutalität“ um APPLE zu einer der führenden Firmen auf diesen Gebieten zu machen.

Das sollte doch für ein Lebenswerk ausreichen. Tut es auch.

Die Zeit (29.09.2011) 5 Wahrheiten über Europa

Am 29.09.2011 machte ich mir bei einer Zigarette und viel Kaffee meine Gedanken über einen Artikel. Am gleichen Tag auf Google+ veröffentlicht.

Donnerstag Morgen – Zeit für DIE ZEIT

Und was ist da zu lesen? Aufmacher auf Seite 1:
5 Wahrheiten über Europa und
Fragt das Volk! (über Europa)

Gut und schön, aber was ist nun mit den Inhalten?
Eine der Wahrheiten über Europa ist dem Aufmacher nach: Europa wird nie bürgernah sein(Seite 3)

Warum eigentlich nicht?
Da haben wir ja schon das Problem, welches mit diesem Fragt das Volk! zusammenhängt.
Demokratiedefizite, oder auch das Fehlen von Demokratie.
Aber mal zu den Grundlagen. Nehmen wir also das große Europa und Hans Franz und Lieschen Müller aus Klein-Kleckersdorf, geschüttelt mit folgendem Zitat von Alexis de Tocqueville (1805-1859) in Über die Demokratie in Amerika :

In Europa kommt es oft vor, dass die Regierenden selber den Mangel an Gemeindegeist bedauern; denn alle stimmen darin überein, dass der Gemeindegeist ein wichtiges Element der Ordnung und der öffentlichen Ruhe bildet; aber sie wissen nicht, wie man ihn hervorbringt. Sie fürchten die Aufteilung der gesellschaftlichen Macht und für den Staat die Gefahren der Anarchie, wenn sie die Gemeinde stark und unabhängig werden lassen. Wo aber der Gemeinde die Stärke und die Unabhängigkeit entzogen wird, kann es immer nur Verwaltete, nie aber Bürger geben.

Setzen wir nun mal probehalber für Gemeinde die Worte GemeindeBundesland und Bundesrepublik einsetzen und für den Staat nehmen wir Europa. Dann ergibt sich folgendes Bild.
Hans Franz und Lieschen Müller aus Klein-Kleckersdorf sind, was ihre Interessenlagen betrifft, natürlich in erster Linie an ihrem eigenen Wohlbefinden interessiert, das ist menschlich normal. Nun kommt aber der Blickwinkel auf die Gesellschaft, dort sehen sie in der Reihenfolge zuerst ihre Gemeinde, dann ihr Bundesland, dann die Bundesrepublik und erst dann Europa. Das ist menschlich und auch richtig.
Das ist die Grundlage für die Demokratie!
Die jetzige Europapolitik ist nicht demokratisch, da Europa (also die EU) ein von der Administration geschaffenes Kunstgebilde ist. Hans Franz und Lieschen Müller können sich also nicht mit Europa identifizieren, weil zwar die Bundesrepublik per Regierungsbeschluss zu Europa gehört, die Beiden und somit Klein-Kleckersdorf sich aber nicht zugehörig fühlen.
Nun aber nochmal der Abschlußsatz des Zitates:

Wo aber der Gemeinde die Stärke und die Unabhängigkeit entzogen wird, kann es immer nur Verwaltete, nie aber Bürger geben.

Hans Franz und Lieschen Müller aus Klein-Kleckersdorf fühlen sich also nicht als Bürger Europas, sondern als Verwaltete.
Somit kann also Europa nie bürgernah sein, weil es den europäischen Bürger nicht gibt.

Das soll nun aber nicht bedeuten, dass ich gegen die europäische Einigung bin.
Es soll eigentlich nur ausdrücken, dass es, meines Erachtens nach, noch keine Grundlagen für diese gibt. Europa kann nicht per Beschluss angewiesen werden, wie bisher. Europa muss wachsen – mit dem Bürger.
Dazu muss der einzelne Bürger einbezogen werden (also Demokratie) und natürlich informiert werden, was bedeutet Europa für ihn/sie, für die Gemeinde, für das Bundesland und für die Bundesrepublik.
Die derzeitigen Schreckensszenarien „Wir müssen Europa stärken – sonst bricht alles zusammen“ sind eher destruktiv, weil sie eine Abwehrhaltung erzeugen. Außerdem bringen sie die Rückbesinnung auf die gute alte Zeit, als alles besser war und zerstören den Gedanken an eine Europäische Union bereits im Ansatz.

Ein Gedanke noch zu dem verwendeten Zitat. Es ist natürlich schon sehr alt und vielleicht auch nicht politisch korrekt. Aber es ist schon etwas dran. Allerdings der Ausdruck Die Regierenden ist eigentlich heute anders belegt. Im Europa der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren es Monarchen (vergleichbar mit: Ludwig XIV, „L’État, c’est moi! – Der Staat bin ich!“ ). Heute sollten die Regierenden eigentlich (modernisiert nach Friedrich II „Ich bin der erste Diener des Staates“ ) die Ersten Dienstleister des Volkes sein.

Eine Lösung habe ich natürlich nicht anzubieten, ich habe eben nur mal darüber nachgedacht.

DIE ZEIT und das Genie

DIE ZEIT hat das Ding ja nun ganz genial gedreht. 😉

Als Wochenzeitschrift kommt man natürlich ins Hängen, wenn ein prominenter Mensch zeitlich ungünstig stirbt.
Ja, ich meine SteveJobs.
Natürlich ist die gewählte Lösung, über Genies zu schreiben und ihm den meisten Platz einzuräumen, unbestritten eine geniale. Aber betrachten wir uns doch mal die gewählten Genies.

Es wäre äußerst verwegen von einem bekennenden Ikea-Aufbauer, Ingvar Kamprad (Der Flachpacker) nicht als genial zu bezeichnen. Wenn jemand so viele Billies, Küchen und andere Möbel aufgebaut hat, dann geht er ohne Imbusschlüssel nicht mal mehr zu Bett.

Carl Djerassi den Vater der Pille oder wie DIE ZEIT ihn nennt der Befreier der Liebe, ist mit seiner Erfindung wohl von fast allen unter uns als Genie anerkannt. Was wären wir ohne ihn.

Joanne K. Rowling (Die universelle Zauberin) kann ich da nicht so ganz nachvollziehen. Das mag aber daran liegen, dass mein Kind (das, welches bei Erscheinen von Harry Potter noch eines war) ihre Bücher nicht mochte.

Howard Schultz, den Mobilmacher des Kaffees, Mann oh Mann ich hasse den Typen. Der ist daran schuld, dass ich in der Straßenbahn Kaffeeflecke auf der Jacke habe (ohne Kaffee zu trinken) und beim Bäcker ewig warten muss, weil alle ihren Coffe to go haben wollen. Schuld am Müll ist er auch.

Mark Zuckerberg als Übersetzer der Freundschaft zu bezeichnen, das läuft aus der Spur. Genial war seine Facebook Idee tatsächlich, aber den Freundschaftsbegriff hat er in ein one-click Modell verwandelt. Die Kids wissen ja kaum noch was ein Freund ist.

Miuccia Prada, die Mäzenin der Mode und Jamie Oliver, den Einfachkoch, ehrlich gesagt da fällt mir nichts ein.

Bevor der Star kommt, sind da noch die Gebrüder Albrecht (die Radikalen der Sparsamkeit). Ein super Geschäftsmodell, ich bekenne mich zum Aldi-Käufer. Aber ich kann mich erinnern, dass beide als Geizhälse tituliert wurden.

Jetzt kommt der Star, der Humanist des Digitalen der wegen dem diese Titelgeschichte geschrieben wurde. Mr. Steve Jobs – da werde ich ganz leise, zitiere nicht aus dem Artikel. Ich zitiere mich selbst. Meine ersten Gedanken und meine einzige Äußerung über seinen Tod.

06.10.2011 auf Google+

Im Nachhinein betrachtet erscheint es so, als ob es Steve Jobs und Apple schon immer gab. Als ich Anfang der 80er Jahre, des letzte Jahrhunderts (bin ich wirklich schon so alt 🙂 ?) vom Großrechner mit seinen Lochstreifen auf den ersten Robotron BC (Bürocomputer) umstieg und die ersten Schritte mit BROS und CPM machte, hatte ich aber von Steve noch nie gehört. Das mag nun an der Informationspolitik der DDR gelegen haben, nach dieser gehörte die Welt der Computer noch IBM.
Langsam, noch vor 89, hörte man dann auch von einem APPLE-Computer und auch von Steve Jobs. Seitdem war er auch für mich stets irgendwie präsent.
Egal wie nun die Reaktionen auf seine Tätigkeiten, auf seine Allüren und auf den ganzen Menschen Steve Jobs in den letzten Jahren ausfielen.

Ohne ihn und einige andere Visionäre säße ich jetzt wohl nicht hier und ich würde diesen Text nicht ins Internet stellen.

Er war Einer von den Großen.

Mal so ganz persönlich, ich nutze keine Apple-Produkte. Aber fehlen wird er mir irgendwie schon.

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